Der Vierte Kreuzzug

1202–1204 AD

Ein Jahr vor dem Tod von Richard Löwenherz rief Papst Innozenz 1197 AD den Vierten Kreuzzug aus. Die Resonanz war allerdings gering. Erst der Mönch Fulko von Neuilly konnte auf einem Tunier von Theoblad III. die Sorge um Jerusalem erneut aufflammen lassen. Das Ziel des Kreuzzugs war Ägypten, weil von dort die größte Gefahr ausging. Die Vorbereitungen für den Seeweg wurden getroffen und man bat die Venezianer um Hilfe beim Transport, da nicht genügend eigene Schiffe bereit standen. Für den Transport der geplanten 4.500 Ritter, 20.000 Fußsoldaten und 9.000 Dienstleuten verlangten die Venezianer 91.000 Mark. 1202 AD waren sie bereit. Die Kreuzritter hatten es nur geschafft ein Drittel der angekündigten Truppen aufzustellen und 31.000 Mark fehlten. Der Doge von Venedig machte den Vorschlag, dass sich Venedig am Kreuzzug beteiligt und als Gegenleistung ein Aufstand gegen Venedig in Zara niedergeschlagen werden sollte und die Zahlung verschoben würde.

Am 1. Oktober starteten sie. Zara ergab sich widerstandslos. Während der Überwinterung auf Korfu machte ein byzantinischer Prinz im Exil den Vorschlag, dass er den Kreuzfahrern 200.000 Silbermark, Nachschub und 10.000 Soldaten und 500 Ritter für die Sicherung der Kreuzfahrerstaaten geben würde, wenn sie ihm wieder auf den Thron in Konstantinopel verhalfen. Die Sicherung der Kreuzfahrerstaaten durch lokale Kräfte war die langfristige Lösung. So kam es am 17. Juli zum Angriff, die Stadt wurde eingenommen und der neue Kaiser ausgerufen. Da der neue Kaiser in der Schatzkammer nicht genug Geld fand, zahlte er Abschläge. Er machte sich unbeliebt und die Spannungen wuchsen. Die lateinischen Christen flohen ins Lager der Kreuzfahrer. Der Kaiser stellte die Zahlungen ein und griff die Schiffe der Kreuzfahrer mit Feuerschiffen an. Während der aufkommenden Revolte wurde er getötet. Der neue Kaiser verstärkte die Verteidigung und schnitt den Nachschub ab. Für die Kreuzfahrer war es nicht mehr möglich, die zu ihnen geflohenen Stadtbewohner zu versorgen. Sie beschlossen die Übernahme der Stadt und eroberten diese nach drei Tagen am 12. April.  Die Todesopfer waren gering, etwa 2.000 bei 150.000 Einwohnern. Die Beute war immens, 400.000 Mark. Die Kreuzfahrer beschlossen zum Schutz des neuen westlichen Kaisers Balduin von Flandern bis 1205 AD in Konstantinopel zu bleiben. Der Vierte Kreuzzug war ungeplant zu Ende bevor er richtig begonnen hatte. Ägypten wurde aufgegeben und Konstantinopel blieb bis 1261 AD in westlichen Händen. Man nennt den Vierten Kreuzzug auch den Venezianischen Kreuzzug.

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