Der Erste Kreuzzug

1096–1099 AD

Am 27.11.1095 AD rief Papst Urban II. den Ersten Kreuzzug aus, nachdem er einen Hilferuf der durch die seldschukischen Türken bedrohten östlichen Christenheit erhalten hatte. Wahrscheinlich sind 130.000 Menschen zum Ersten Kreuzzug aufgebrochen, davon 13.000 Adlige und 50.000 Fußsoldaten und der übliche Tross. Der Kreuzzug wurde von fünf Fürsten angeführt, deshalb nennt man ihn auch den Fürstenkreuzzug. Parallel dazu starteten aber auch andere Gruppierung, die aus dem normalen Volk bestanden und keine echte Führung hatten. Der sogenannte Volkskreuzzug scheiterte kläglich. Offiziell waren sie auch nicht legitimiert worden. Im Gegenteil, der Papst hatte Bauern und schwachen Menschen die Teilnahme verboten. Eine andere Nebenerscheinung war Emicho, der parallel zum Ersten Kreuzzug gegen die Juden ausrückte. Er wurde vom Papst scharf verurteilt und die Bischöfe vieler Städte schützten die Juden unter Einsatz ihres Lebens. Viele Vorurteile gegen die Kreuzzüge heute gehen auf diese Gruppierungen zurück.

Der Fürstenkreuzzug brachte den Erfolg des Ersten Kreuzzugs. Angeführt wurde er von Hugo von Vermandois, Gottfried von Bouillon, Bohemund von Tarent, Raimund IV. von Toulouse und Robert den Herzog der Normandie. Die Heere brachen auf unterschiedlichen Routen ins Heilige Land auf und trafen in Byzanz auf einen völlig verdutzten Kaiser, der mit einer Sklavenarmee gerechnet hatte. Er unterstützte die Kreuzritter nicht mehr. Das und anderes schürte die Feindseligkeiten, die im Vierten Kreuzzug zur Plünderung Konstantinopels führten. Das Heer des Fürstenkreuzzugs eroberte Antiochia zurück und die Stadt wurde wieder christlich. Am 7. Juni 1099  AD erreichten sie Jerusalem und nahmen die Stadt am 16. Juli 1099 AD ein. Die Befreiung Jerusalems war das Ziel des Ersten Kreuzzugs gewesen. Die Weigerung des byzantinischen Kaisers die Kreuzritter, die er gerufen hatte zu unterstützen führte zur Gründung der Kreuzfahrerstaaten.

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