Einhandschwert, Anderthalbhänder oder Langschwert?

Die Entwicklung der europäischen Schwerter hat im Laufe der Jahrhunderte verschiedene Größen von Schwertern hervorgebracht. Es ist nicht immer ganz einfach ein Schwert zu bestimmen. Würde man Menschen der jeweiligen Epoche fragen, ob dies ein Einhandschwert oder Anderthalbhänder ist, würden sie wahrscheinlich sagen, dass es ein Schwert ist. Heute unterscheiden wir die Schwerter jedoch nach Größen. Einhandschwert, Anderthalbhänder und Langschwert sind geläufige Begriffe, aber kaum einer weiß wie die einzelnen Typen von einander abgegrenzt werden. Tatsächlich ist das nicht ganz einfach, aber ich werde hier man ein paar Richtlinien weitergeben: Weiterlesen

Wurmbuntes Schwert: Eine Rekonstruktion in der frühmittelalterlichen Schmiede

Das wurmbunte Schwert hat eine Damastklinge. Beim Damaszenerstahl werden verschiedene Stahlsorten mit einander verschmiedet. Durch Techniken wie Falten und Tordieren entstehen interessante Muster auf der Klinge. Die hochwertigen Damaszenerschwerter waren im mittelalterlichen Europa lange Zeit sehr begehrt, da ihr Herstellungsprozess die Qualität erhöht. Der Name geht auf die Stadt Damaskus zurück, die ein bekannter Umschlagplatz im Handel mit diesen Schwertern war. Hergestellt wurden sie jedoch in Europa. Nachdem andere Fertigungstechniken die Stahlqualität erhöhten, ging der Damaststahl zurück. Dieses Video zeigt eine Rekonstruktion eines Damaszenerschwertes:

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Was hat es mit der Blutrinne auf sich?

Auf dem Bild ist in der Mitte der Klinge eine Rinne zu sehen. Diese wird von manchen als Blutrinne bezeichnet. Nach dieser Auffassung diente sie dazu, beim Stich die Möglichkeit zu bieten, dass das Blut abfließen kann, damit der Stich effektiver ist.

Fraglich ist nur, welcher Ritter sein Schwert im Gegner steckenlassen will, damit dieser korrekt ausblutet. Die Blutrinne ist ein Mythos, der sich in der Realität nicht hält. Die Blutrinne heißt korrekterweise Hohlkehle. Eine Hohlkehle ist bei Hiebschwertern eingebaut, um das Gewicht zu erleichtern. Außerdem ähnelt der Klingenquerschnitt damit einem H und erinnert an einen modernen Stahlträger. Durch diese Form erhöht sich die Stabilität. Stoßschwerter späterer Jahrhunderte haben einen diamantartigen Querschnitt. Sie sind auf Stiche ausgelegt und weisen keine Hohlkehle mehr auf. Ein weiteres Indiz dafür, die Blutrinne ins Reich der Mythen zu verbannen.

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Schwertpflege

Echte Schwerter brauchen Pflege, Schaukampfschwerter auch. Dekoschwerter nicht, sie sind in der Regel aus rostfreiem Edelstahl. Um ein Schwert richtig zu pflegen braucht man z.B. Waffenöl wie Ballistol. Damit werden die metallenen Teile mit einem Schutzfilm überzogen, um Rostbildung durch Flugrost zu verhindern. Anschließend kann man das überschüssige Öl abwischen. Das Öl sollte jedoch nicht an die ledernen Teile des Schwertes, wie den Griff, kommen. Je nach Gebrauch und Standort sollte man sein Schwert spätestens alle paar Monate pflegen, damit man lange etwas davon hat. Die Reinigung und Pflege empfiehlt sich auch nach jedem Kampf. Wichtig ist hier, dass Schweiß entfernt wird, damit es nicht anfängt zu rosten. Ergänzend sollte man das Schwert an einem Ort mit geringer Luftfeuchtigkeit aufbewahren.

Sollte man bereits größere Roststellen am Schwert haben, müssen diese gegebenenfalls ausgeschliffen werden. Zum Glück habe ich in diesem Bereich noch keine eigene leidvolle Erfahrung gesammelt und kann deshalb dazu auch nicht qualifiziert sagen.

Warum baut man echte Schwerter und Schaukampfschwerter nicht auch aus Edelstahl werden manche fragen. Nun, Edelstahl ist nicht hart genug, deshalb eignen sich Edelstahlschwerter nur zu Dekorationszwecken. Die Fans echter Schwerter nennen sie liebevoll ‘Wandhänger’.

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Was ist eigentlich das Ricasso?

Bei bestimmten Schwerttypen ist die Klinge im Bereich der Parierstange nicht geschärft (s. Bild). Dazu sagt man Fehlschärfe oder auch Ricasso. Dieser Teil der Klinge muss nicht unbedingt geschärft sein, da man eher mit dem vorderen Teil schneidet oder haut. Die Klingenstärke nahe der Parierstange dient eher dazu die gegnerische Klinge aufzufangen. Ist dieser Bereich nicht geschärft, leidet er bei Klingenkontakt auch nicht so sehr.

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Die Feder ist mächtiger als das Schwert?

Die Feder ist mächtiger als das Schwert.

Wer kennt dieses Sprichwort, welches übrigens nicht aus dem Mittelalter stammt, nicht? Feder und Schwert stehen für symbolisch für Ideen und Macht. Und so manche Idee hat eine politische Macht zu Fall gebracht. Häufiger war es sicherlich auch gut so. Aber bedeutet es, dass die Feder wirklich stärker ist? Nehmen wir die Idee, dass alle Menschen in Freiheit leben können sollen, stellen wir schnell fest, dass Freiheit nicht umsonst ist. Freiheit hat immer ihren Preis, sie muss verteidigt werden, sonst kommt die Unfreiheit zurück. Für die Verteidigung wird das Schwert benötigt. Weiterlesen

Endlich Frühling

Heute trafen zwei glückliche Umstände zusammen: Zeit und Sonnenschein. 

Nachdem ich mich den ganzen Winter fast ausschließlich theoretisch mit den den Kreuzzügen und dem Schwert beschäftigt hatte, wurde es dringend Zeit, praktisch wieder was zu tun und wieder direkt zum Schwert zu greifen. Der Winter kann einen schon ganz schön einrosten lassen. Zum Glück ist das nun vorbei. Es ist endlich Frühling.

Heute wurde “Angefochten”.

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Samuraischwert vs. Deutsches Langschwert

Neben dem europäischen Langschwert ist das japanische Schwert bei uns auch sehr bekannt. Um dieses ranken sich vielen Mythen und immer wieder wird es mit dem Langschwert der Europäer verglichen und als überlegen dargestellt. Aber was ist an dieser Darstellung dran? Welt der Wunder hat sich damit auseinandergesetzt:

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Die Faszination des Schwertes

Das europäische Schwert des Mittelalters fasziniert uns seit Jahrhunderten. Es stellt eine technologische Meisterleistung seiner Zeit dar. Was es von den Schwertern der damaligen Zeit unterscheidet bringt dem Kämpfer einen großen Vorteil. Das europäische Schwert besitzt zwei Schneiden an der Klinge und ist damit flexibler einzusetzen als Säbel oder japanisches Schwert. Dazu kommt noch die Entwicklung der   Parierstange, mit der man den gegnerischen Angriff abwehren kann. Dadurch werden Techniken möglich, die mit anderen Schwertern unmöglich sind. Die Schwerter des Mittelalters wurden länger als ihre Vorgänger, da man in der Lage war besseren Stahl herzustellen. Dies brachte einen entscheidenden Vorteil. Die Schwerter wurden gleichzeitig länger und härter. Es ist kein Wunder, dass im Mittelalter Schwertern magische Eigenschaften nachgesagt wurden. Man denke nur an Excalibur…

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